Kaum ein Tag vergeht, ohne dass uns einer der Machthaber in Ramallah mit Inbrunst versichert, was jedes palästinensische Kind, wo immer es sich befindet, inzwischen kennt: Die Kassen sind leer, die Behörde ist materiell bankrott, die Schulden zwingen in die Knie, und der Druck wächst von Tag zu Tag. Und sie malen uns höllische Szenarien aus, die Antar ibn Schaddad erschrecken würden, um die Angestellten, Lehrer und Ärzte in den Krankenhäusern davon abzuhalten, ihre Löhne einzufordern, und um das Volk zu beruhigen, dessen Rückgrat unter den eklatanten Preissteigerungen gebrochen ist und dessen einzige Sorge für den normalen Palästinenser nichts anderes mehr ist, als seine Kinder zu ernähren!
Keiner dieser Herrn erklärt uns ausführlich – nicht einmal knapp und klar –, warum wir in diese erbärmliche Lage geraten sind! Und wenn sie einen Moment zur Aussage gezwungen werden, sind sich fast alle Herrn einig und begnügen sich mit dem Verweis auf die Besatzung und ihre Taten und darauf, dass die Geberländer ihre Versprechen nicht einhalten! Keiner von ihnen wagt, auf die Wirtschaftspolitik der Behörde zu verweisen, die seit über zwanzig Jahren fast nichts wert ist! Niemand wagt, die Korruption zu erwähnen und worauf die parlamentarischen Untersuchungsausschüße gestoßen sind: der mutwillige Umgang der Verantwortlichen mit öffentlichem Geld. Keiner von ihnen wagt, das Volk über die Zahl der produktiven Arbeitsplätze zu informieren, die die Behörde seit ihrer Gründung geschaffen hat.
Keiner dieser politischen Papageien hat den Mut, uns zu sagen, warum sie uns von einem Volk mit einer Würde, fest wie der Stein von Hebron, zu Bettlern gemacht haben!
Ich möchte jetzt nicht auf die grobschlächtige Verschwendung in der Behörde hinweisen – auf Villen, Autos und die zwecklosen Anstellungen von Familien- und Fraktionsklientel, nicht auf die Kaffee-Direktoren und die Tretminen und die sinnlosen Wirtschaft projekte, die ohnehin Verluste erwirtschaften, und auf riesige Regierungen mit einer phantastischen Zahl an Ministern, die selbst Indien mit einer Milliarde Bürger nicht stemmen könnte, und auf seltsame, merkwürdige Sicherheitsapparate, aufgebläht mit Waffen und Geld, um den Bürger zu terrorisieren und zu foltern ... Das alles ist nicht mein Thema jetzt. Ich möchte mit diesem bescheidenen Artikel euch nicht mit Fachbegriffen belasten, die nur wenige Experten verstehen. Ich schreibe für die Kinder meines Volkes, alle, und was mich jetzt interessiert, ist die Spaltung und das Geld! Was mich interessiert, ist eine Sache, die jeder Palästinenser im Gazastreifen sieht und verfolgt und jeder, der den Streifen besucht hat. Ich möchte den Blick auf ein Thema richten, das absichtlich vergessen wurde: das Thema dieser Tausenden von Angestellten, die zum Rücktritt gezwungen wurden und seit sechs Jahren zu Hause bleiben müssen.
Nach dem Umsturz wies die palästinensische Behörde in Ramallah alle ihre Angestellten an – Experten, Direktoren, Fachkräfte, Lehrer und einfache Angestellte –, nicht unter der Herrschaft der Hamas zu arbeiten und diese vollständig zu boykottieren. Und die Behörde versprach diesen Angestellten, deren Zahl auf 40.000 bis 60.000 geschätzt wird, weiter ihre Gehälter zu zahlen wie vor dem Umsturz. Und die Behörde in Ramallah hält ihr Versprechen seit sechs Jahren ohne Unterbrechung. Ja, die Behörde zahlt Gehälter an die Angestellten, während sie zu Hause sitzen. Und wenn wir von einem bescheidenen Gehalt von 1.500 $ pro Angestelltem ausgehen, das alle Ausgaben umfasst, kommen wir auf jährliche Ausgaben der Behörde von 720 Millionen Dollar. Um es zu vereinfachen und nicht zu übertreiben, habe ich die Mindestzahl der Angestellten in Rechnung gestellt.
Hunderte von Millionen werden zerstreut für nichts – nur weil Fatah Hamas mit dem Geld des palästinensischen Volkes bekämpfen und bekriegen will. Und wenn wir den Herrn Brüdern in der Behörde in Ramallah glauben, dass die Schulden Palästinas bei 4,5 Milliarden Dollar liegen, dann wurden am Ende zwei Drittel dieses Betrags in den vergangenen sechs Jahren durch die kriminelle Spaltung verausgabt, die Hamas und Fatah beide in die Geschichte des palästinensischen Volkes eingetragen haben, und beide tragen die direkte Verantwortung für diese erbärmliche Lage. Und wer sich so verhält, als wären die öffentlichen Angelegenheiten und das öffentliche Geld sein Privileg, der ist von der Demokratie weiter entfernt als die Erde von der Sonne, und ihm bleibt nichts anderes übrig, als abzutreten und das Volk allein zu lassen, damit es die Wunden der Vergangenheit heilt und die Zukunft ordnet.





